DVD-Player vs. Blu-ray-Player

Sony BDP-S1100Beim High-Definition-Filmvergnügen buhlen nach wie vor zwei verschiedene Standards um die Kundengunst. Hört man die Argumente könnte man glauben, es ginge nur um die Interessen konkurrierender Hersteller und eventuell noch einiger Hollywood-Studios. Sie alle denken eher selten darüber nach, dass das beste System ohne einen vernünftigen Inhalt nichts wert ist. Es stellt sich ja auch noch die Frage, warum man sich überhaupt mit Unterschieden zwischen Blu-ray und HD-DVD auseinandersetzen sollte. Leider muss man darauf hinweisen, dass es ohne diese Auseinandersetzung nicht geht. Wer qualitativ hochwertige HD-Filme sehen möchte, kann sich an diesem Formatkrieg nicht vorbei mogeln.

Die Vorteile von HD

DVD-Player oder Blu-ray-PlayerDas HD-Format gehört, wie der Name schon sagt, zum Feinsten, was der Markt im Bereich des Heimkinos anzubieten hat. HD steht für „High Definition“ und bedeutet Konturentreue, Präzision und hohe Schärfe. Das kann jeder bestätigen, der sich schon einmal einen solchen Film angeschaut hat. DVD-Filme werden normalerweise in einer Auflösung 720 x 576 Pixel angezeigt, bei HD sind es dagegen 1920 x 1080, das entspricht in etwa dem fünffachen der Auflösung einer EU-DVD. Eine derartige Auflösung sorgt für wesentlich mehr Details, obendrein sind HD-Filme weniger komprimiert, besser kodiert und sorgen für leuchtendere Farben im Bild.

Grundsätzlich unterscheidet man Blu-ray und HD-DVD in drei verschiedenen Formaten:

  • 720p
  • 1080i und
  • 1080p

Das Format 720p bietet dabei mit 1280 x 720 Pixel die geringste Auflösung, bei Bewegungen sorgt die Wiedergabe für geschmeidige Kanten. 1080I bringt es da schon auf 1920 x 1080 Bildpunkte, was bei schnellen Bewegungen zu zerklüfteten Kanten führen kann. Das Format  1080p dagegen verfügt über eine volle Auflösung und optimale Wiedergabe. Leider ist nicht jeder HD-Fernseher in der Lage, diese perfekte Format tatsächlich auch wiederzugeben. Wer hier ein optimales Ergebnis haben möchte, sollte ein Fernsehgerät mit einer Diagonalen von mindestens 50 Zoll sein Eigen nennen.

Worauf es ankommt

Die Qualitätsunterschiede zwischen Blu-ray und HD-DVD beginnen also bei der hohen Auflösung, damit ist es jedoch noch nicht getan. Die entsprechenden Formate bieten auch den bestmöglichen Sound. Mit der richtigen Hardware kann man verlustfrei Dolby True-HD oder DTS-HD genießen. Diese neuen digitalen Audio-Formate sind dermaßen effizient kodiert, dass es zu keinerlei Qualitätsnachteilen bei der Wiedergabe kommt. Die modernsten Formate sind auch wesentlich aktiver in Bezug auf Extra-Content oder interaktive Menüs. Beide Standards unterstützen beispielsweise Pop-ups oder Bild-in-Bild-Wiedergaben. Eine Technik, mit der allerdings noch nicht jeder Player ohne Einschränkungen klar kommt. Auch können bei beiden Verfahren weitere Inhalte aus dem Netz gezogen werden, sofern der Player über einen entsprechenden Anschluss verfügt und verbunden ist. Bei manchen Filmen besteht die Möglichkeit, über das Internet separaten Zugriff auf exklusiven Online-Content, Filmografien oder Star-Biografien zu erhalten, selbstverständlich topaktuell.

  HD – DVD Blu-ray-Player
Speicherkapazität 30 GByte 50 GByte
Online-Kompabilität Ja Ja
Wichtige Hersteller Toshiba, Microsoft, Sanyo, Intel Panasonic, Philips, Pioneer, Samsung, Sony
Optionale-Audio-Codecs DTS-HD, DTS-HD Master Audio Dolby Digital Plus, Dolby True-HD, DTS-HD, DTS-HD Master Audio
Regionalcode Kein Regionalcode Drei Regionen
Video Encoding MPEG 2, AVC, VC 1 MPEG 2, AVC, VC 1
Kopierschutz AACS AACS, BD+
Wichtige Filmstudios Universal, Warner 20th Century Fox, Columbia, MGM, Disney, Lionsgate
Standard-Audio-Codes Dolby Digital, Dolby Digital Plus, Dolby True HD, DTS, Linear PCM Dolby Digital, DTS, Linear PCM
Durchschnittlicher Preis 500 Euro 1000 Euro

Für viele ähnelt dieser Krieg der Formate dem Kampf Ende der 80er Jahre zwischen Betamax und VHS. Gut möglich, dass eines der Formate zum Auslaufmodell abgestempelt wird und am Ende vom Markt wieder verschwindet. Es ist somit keineswegs unwichtig, wie eine notwendige Kaufentscheidung ausfällt.

Die wesentlichen technischen Unterschiede

Bei der Bildqualität fallen die Unterschiede zwischen den beiden Formaten nicht nennenswert ins Gewicht. Sie unterstützen beide Kompressionen in AVC, VC 1 und MPEG 2. Im Detail kann es zu Abweichungen in der Qualität kommen, da die letztendlich eingesetzte Technik vom jeweiligen Film abhängig ist. Nahezu alle HD-DVDs nutzen die modernen Codecs VC 1 und AVC, während bei Blu-ray in der ersten Generation auf MPEG 2 gesetzt wurde. Das war denn auch einer der Gründe für die anfängliche Kritik an der Blu-ray-Bildqualität. Inzwischen setzt man auch hier auf die neuen Codecs und sorgt damit für eine sehr gute Bildqualität.

Auf der Audio-Seite sieht es nicht anders aus. Während Blu-ray das konventionelle Dolby Digital mit maximal 640 Kbit/s unterstützt, schaffen HD-DVDs allerhöchstens 504 Kbit/s. Dagegen unterstützen alle Standalone-HD-DVD-Player Dolby Digital Plus mit 3 Mbit/s. Von den Blu-ray-Playern kommen nicht alle damit problemlos klar, wenn überhaupt, dann nur mit einer maximalen Bitrate von 1,7.

Geht es um die Speicherkapazität, hat Blu-ray wieder die Nase vorn. Eine Dual-Layer-Scheibe speichert bis zu 50 GByte an Daten, der HD-DVD-Player packt nur 30 GByte. In Zeiten ausgedrückt schaffen Blu-rays 8,5 Stunden Filmmaterial, bei HD-DVDs ist nach knapp 5,1 Stunden Schluss. Es ist also nicht so dramatisch mit der DVD, dass man jeden Film über mehrere Scheiben verteilen muss, aber mehr Platz bedeutet auch mehr Komfort.

Die praktischen Unterschiede

Beide Formate können am Markt inzwischen wahrlich nicht mehr als Neulinge bezeichnet werden, weshalb sich durchaus auch ein Blick auf die Filmauswahl lohnt. DVDs besitzen keinen Regionalcode, folglich laufen auch in Übersee gekaufte Filme ohne Schwierigkeiten in den kontinentalen europäischen Playern.

So einfach ist es bei Blu-ray-Filmen nicht, sie verfügen über einen Regionalcode. Möchte man den Film in Europa anschauen, dann muss man ihn auch in Europa kaufen. Das ist eigentlich schade, da die amerikanische Auswahl deutlich größer ist als diejenige hierzulande. Deshalb ist es wichtig, nochmal zu erwähnen, dass

  • 20th Century Fox
  • Lionsgate
  • Columbia
  • Disney und
  • MGM

das Blu-ray-Format unterstützen, Universal und Weinstein das HD-Format, während Dreamworks, New Line Cinema, Paramount und Warner sich heraushalten und beide Formate unterstützen.

Die clevere Playstation

Sie hat dem Blu-ray-Format einen weiteren Schub verpasst und kommt sozusagen als trojanisches Pferd in die Wohnzimmer. Die notwendige Konsole wird in der Regel zum Zocken angeschafft, dennoch hoft Sony, dass man damit dann auch Filme anschaut. In den USA hat die Hoffnung irgendwie ein wenig getrogen, in Deutschland werden allerdings andere Zahlen geschrieben, hier ist der Marktanteil nach dem Relaunch der Playstation auf 64% gestiegen. Wer jetzt beim Tauziehen die Seile festzurren würde, hätte den eindeutig längeren Teil auf der Seite von Blu-ray zu befestigen. Aber soweit sind wir noch nicht, das Tauziehen geht weiter. Die DVD-Technik ist wesentlich preiswerter und auch einfacher herzustellen. Gut möglich, dass irgendwann hier containerweise chinesische Billigplayer HD-DVD auftauchen und den Markt wieder aufmischen.

Der richtige Weg

Es bleibt festzuhalten, dass HD-DVD-Hardware preiswerter als Blu-ray ist, dass Laufwerk für die X-Box kostet beispielsweise  weniger als 200 Euro, allerdings benötigt man noch eine Konsole und einen verlustfreien Sound unterstützt die Kombination derzeit auch noch nicht, ist also nicht gerade die optimale Kombination. Da ist beispielsweise der Toshiba HD-E1 nicht nur besser, er ist auch noch zu einem halbwegs akzeptablen Preis erhältlich. Leider unterstützt er die Videoausgabe in 1080p nicht, mit 1080i ist die Bildqualität aber dennoch sehr ordentlich und detailgetreu. Schließt man ihn an einen Verstärker mit HDMI-Eingang an, unterstützt er die Wiedergabe verlustfrei komprimierter Tonspuren. Leider muss man beim Betrieb hin und wieder etwas längere Wartezeiten in Kauf nehmen, es kann durchaus einige Minuten dauern, bis die Wiedergabe des Films nach dem Einlegen der Disc beginnt.

Der günstigste Blu-ray-Player ist die Playstation 3 für rund 600 Euro. So manchem Heimkinofan jagt es bei dem Gedanken eine Spielekonsole als Player einzusetzen, Schauer über den Rücken. Das ist jedoch zu kurz gedacht, das Gerät gibt fantastische Signale bei der Wiedergabe aus und lädt obendrein die Filme besonders schnell. Den verlustfrei kodierten Sound erhält man über ein HDMI-Kabel. Man bekommt durchaus schon eine Menge für sein Geld, immerhin ist die Playstation eine sehr gute Spielekonsole, man kann mit ihr im Netz surfen und Media-Inhalte speichern.

Dagegen kostet der reine Blu-ray-Player von Panasonic als einfacher Scheibendreher für das Wohnzimmer, schlappe 1.000 Euro. Dabei wirkt die Bedienung ein wenig klobig, das Gerät selbst bietet jedoch ein perfektes 1080p-Bild. Das Gerät besitzt zusätzlich noch einen analogen 7,1-Kanal-Audio-Ausgang und kann somit Lossless-Audio selbst dekodieren und an andere Receiver weiterleiten.

Tipp! Besonders cleveren Kunden kann man den LG BH-100 ans Herz legen, bei diesem Gerät muss man sich für keines der beiden Formate entscheiden. Es ist aktuell das einzige Gerät, welches sowohl DVD als auch Blu-ray unterstützt, wobei es den Zuschauer mit einer großartigen Video- und Audioqualität verwöhnt. Er schwächelt allerdings ein wenig bei der Menüdarstellung von HD-DVDs, dass macht es dann ein wenig schwierig, die Extras auf den Scheiben zu finden. Leider muss man bei diesem Gerät auch auf einen Netzwerkanschluss verzichten, Zusatzdienste aus dem Internet sind also ausgeschlossen.

Einer Ankündigung von Samsung zufolge wird der Nachfolger BD-UP 5000 die beiden Formate vollständig unterstützen und einen Netzwerkanschluss besitzen. Es kann also durchaus auch eine Option sein, auf dieses Gerät zu warten. Dumm nur, dass der Hersteller bisher noch keine Angaben dazu macht, wie es mit der Lieferzeit und den Preisen aussieht.

Eines dürfte auf jeden Fall sicher sein: Die Hardware wird immer preiswerter werden und mit dem Wachsen der Filmauswahl werden immer mehr Kunden die Sammlungen auf HD umstellen.

Vor- und Nachteile von DVD- und Blu-ray Playern

  • gute bis sehr gute Bildqualität
  • Heimkino-Atmosphäre
  • große Auswahl an Geräten
  • teilweise recht hohe Anschaffungskosten

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